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Wort zum Pfingstfest 2020

Wort zum Pfingstfest

Pfingsten - das andere Fest

 

Pfingsten hat es wohl nicht leicht. Im Vergleich mit Weihnachten und Ostern erkennen wir schnell einen Wettbewerbsnachteil. Dass Weihnachten ein Grund zum Feiern ist, braucht man in der Regel nicht lange zu erklären. Das ergibt sich leicht aus der Geburt des Heilandes Jesus Christus. Familien suchen sich, der Umtrieb des Jahres hat alle müde gemacht, und wenn der Schnee als Sahnehäubchen dazu kommt, ergibt sich auch vom Gefühl her eine Stille, die Raum für das Christfest schafft.

 

Aber auch Ostern kann punkten. Jesus Christus ist auferstanden. Neues Leben prägt dieses Fest. Der Winter bleibt zurück, trübe Stunden und manche Erkrankung lassen sich überwinden. Die Osterbotschaft, Osterglocken und Osterhasen laden ein, die Schönheit von Gottes Werk neu zu sehen und in unserer Welt mit neuer Kraft gestaltend tätig zu werden.

 

Und was hat Pfingsten jetzt zu bieten?

Bestimmt nicht weniger! Auch wenn es weniger für unsere Augen und für unsere Vorstellung gibt. So etwas wie Weihnachtsbaum oder Osterkerze suchen wir an Pfingsten vergeblich. Und auch die eingängige Geburtsgeschichte Jesu und die Vielfalt der Auferstehungsberichte haben wir an Pfingsten nicht.

Das hängt damit zusammen, dass an Pfingsten die Geschichte des Glaubens der Kirche beginnt. Glaube ist zunächst nicht sichtbar. Und auch die Pfingstgabe, der Heilige Geist Gottes ist nicht mit unseren Augen zu sehen, mit unseren Ohren zu hören oder mit unseren Händen anzufassen.

 

Und doch ist dieser Heilige Geist Gottes nicht weniger real und nicht weniger wirkmächtig als der Gottessohn Jesus Christus, der an Weihnachten geboren wurde und an Ostern vom Tod auferstand.

Der Heilige Geist Gottes wirkt und ernährt und erhält unseren Glauben an den Herrn Jesus Christus. Der Heilige Geist erinnert uns an die Worte und Taten und Herrschaft Jesu. Der Heilige Geist macht Mut zum Leben, zum Glauben und zum Handeln.

Ich gebe zu: Das klingt sehr theoretisch. Allerdings nur, wenn man von außen draufschaut, ohne es innerlich zu erleben.

Das mag man an Weihnachten und an Ostern noch so einigermaßen hinbekommen. An Pfingsten geht das nicht. Dem Heiligen Geist kann man nicht zuschauen. Entweder ich bekomme ihn geschenkt und nehme ihn an, oder er bleibt mir fremd und unverständlich.

 

Am Pfingstfest verkündete Petrus laut und deutlich vor einer großen Menschenmenge in Jerusalem: „Der durch die rechte Hand Gottes erhöhte Christus hat den verheißenen Heiligen Geist vom Vater empfangen und ihn ausgegossen, wie ihr hier seht und hört." (Apostelgeschichte 2,33)  Damals vor knapp 2000 Jahren wunderten sich die Leute über einiges. Das mächtige Brausen, die feurigen Zungen auf den Köpfen der Apostel, das Sprachenwunder - was passiert da?

Petrus machte deutlich: Die Antwort findest du nur ganz persönlich heraus, wenn du dich auf diesen Geist einlässt, der dir Jesus Christus live ins Leben bringt, weil du ihn als guten Hirten reden hörst.

Und das ist keine graue Theorie, sondern höchst spürbare Kraft zum Leben! Pfingsten ist kein nettes Beiwerk des christlichen Glaubens, sondern der Aufbruch, der aus der Erlösung durch Jesus Christus folgt. Paulus bezeichnet den Heiligen Geist als Unterpfand unseres himmlischen Erbes. Unsere Erlösung ist kein Märchen, sondern eine Tatsache, die Jesus Christus geschaffen hat und der Heilige Geist bis zum Ziel bewahrt.

 

Das hat Konsequenzen für unser Leben heute. Die Corona-Krise mit ihren notvollen und zum Teil furchtbaren Auswirkungen macht uns allen zu schaffen. Aber durch Gottes Geist können wir Kraft finden, der Angst zu widerstehen; können wir Mut und Weisheit finden, vernünftig und fair heute für einander zu sorgen, ohne die Zukunft aus den Augen zu verlieren; können wir zuversichtlich unsere Wege gehen, weil wir sie durch Gottes Gegenwart gebahnt wissen.

Pfingsten: Gott schenkt seinen Heiligen Geist in unsere Herzen, damit wir unserem Herrn Jesus Christus vertrauen können und seine Wege getrost mitgehen. Das ist ein Wort! Das bewährt sich im Alltag! Das trägt durch bis zum Ziel, bis zum Leben in Gottes erfüllter Ewigkeit! Frohe Pfingsten!

 

Manfred Schmitt, Pfarrer, Unterasbach

 

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