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Dekanat Gunzenhausen  |  E-Mail: info@dekanat-gunzenhausen.de  |  Online: http://www.dekanat-gunzenhausen.de

Katastrophe und Neubeginn

Doch nicht lange konnte sich die Gemeinde an dem schönen Gottes­haus erfreuen. Das Unheil des 30-jährigen Krieges, das seit Baubeginn wie eine dunkle Wolke am Horizont drohte, brach 1632 wie ein furchtbares Unwetter über das Dorf und die Gemeinde herein. Eine Horde von Soldaten überfiel Neuenmuhr, und wer nicht mehr ins Schloss oder ins leicht befestigte Nachbardorf Altenmuhr fliehen konnte, war verloren. Ein­zig und allein das feste Schloss und die Kirche mit ihrem Ziegeldach blieben vorn Feuer verschont, welches das ganze Dorf vernichtete. Nach diesen Schreckenstagen war die Kirche verwaist. Eine Gemeinde gab es nicht mehr. Der Pfarrer war auch nicht mehr zu finden. Hatte man ihn erschlagen oder verschleppt, oder war er unter den Trüm­mern? Bis auf den heutigen Tag hat es niemand erfahren. Der Kirche selbst war nicht viel geschehen, aber man hatte sie ihrer Glocken beraubt. Fast ein Jahrhundert musste die Gemeinde ohne Geläute aus­kommen, bis Gustav von Lentersheim 1726 drei neue Glocken stiftete. Eine vierte, 1936 gegossene Glocke musste einige Jahre später zu Kriegszwecken wieder abgeliefert werden und konnte erst 1972 ergänzt werden.
muhr-jak_freskoImmer wieder wurden am Turm und im Inneren der Kirche bauliche Veränderungen vorgenommen. 1791 war die „welsche Haube" in so schlechtem Zustand, dass man sie abbrach und durch eine mit Ziegeln gedeckte Spitze ersetzte, die aber auch nur vierzig Jahre hielt. Diese Veränderung ist auch auf einem Fresko zu erkennen, wo nach 1791 die „welsche Haube" mit einer Spitze übermalt wurde. 1831 wurde das bis dahin achteckige Obergeschoß des Turmes abgebrochen und quadra­tisch wieder aufgebaut und mit einem Satteldach mit schweren Steinabsätzen gedeckt. Auf dem Westgiebel befindet sich seit 1946 ein Stor­chennest. 1831 hat man wohl auch die Dächer der Seitentürmchen verändert. Der In­nenraum erfuhr 1747 eine Umgestaltung, als zu den ursprünglichen Emporen auf der Süd- und Westsei­te eine Nordempore hin­zukam. Von dem ehemals reichen Freskenschmuck wurden im Jahre 1910 ein Wandbild auf der Südseite und die Kar­tuschen um die Fenster übertüncht. 1966 zwischen den Fenstern der Nordseite entdeckte Farbspuren ließen auch da auf Fresken schließen. In diesem Jahr hat man die übertünchten Malereien dann gänzlich abge­waschen. Größere Instandsetzungen im Inneren und Äußeren fanden in den Jahren 1964 bis 1966 und in den 80-er Jahren des letzten Jahrhunderts statt.

 

 

 

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