Liebe Gemeinde,
„Wer's glaubt, wird selig!”
Diesen Ausspruch bekommt man zu hören, wenn jemand das Gefühl hat, ihm wird ein Bär aufgebunden. Das kann man nicht glauben, das ist absolut unglaubwürdig.
Doch in unserer St. Johannis-Kirche haben wir ein Glasfenster, für das dieser Ausspruch genau die richtige Überschrift wäre:
Es zeigt Abraham, den Stammvater des Volkes Israel. Abraham, der wider alle Wahrscheinlichkeit - oder auch Vernunft - Gott glaubte. Der glaubte, dass dieser Gott ihm und seiner Frau, die schon weit über 70 Jahre alt waren, Nachkommen schenken würde, so unzählbar wie die Sterne am Himmel.
Dieses Vertrauen hat sich bewährt. Gott stand zu seiner Zusage - er verließ Abraham nicht. Auch Paulus war diese Geschichte wichtig: Er schreibt in seinem Brief an die Gemeinden in Galatien:
„So hat doch Abraham Gott geglaubt,
und es wurde ihm gerechnet zur Gerechtigkeit." Ga! 3,6
Bald ist der 31. Oktober, wir feiern den Reformationstag. Wir erinnern uns an Martin Luther, der wie Paulus diese entscheidende Erkenntnis hatte: Abraham hat geglaubt und ist dadurch gerecht geworden vor Gott. Der Gerechte wird aus Glauben leben.
Das heißt: ich muss nichts tun, ja kann nichts tun, um vor Gott zu bestehen. Da steht nicht „Abraham tat dies und das und deshalb war er gerecht vor Gott." Da steht Abraham glaubte dem Herrn.
Und der Herr hat seine Treue gehalten: Dieser Abraham, der in unserer St. Johannis-Kirche passenderweise im Chorraum unter dem Sternenhimmel steht, bekam Nachkommen so unzählbar wie die Sterne.
Viele selige Momente wünscht ihnen ihr Jannis Fischer, Pfarrer
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